“Zum Glück musste ich nicht Time To Say Goodbye singen”

Albrecht Schrader verabschiedet sich von Fans und Anajo

Ein Abschied in F-Dur

Augsburg - 01. Oktober 2010 – die Anajo Ultras berichten über einen gewissen Albrecht Schrader, dem neuen Bandmitglied am Tasten- respektive Saiteninstrument, bekannt als Klavier. Ein Hamburger, aha, soso, Student auch noch. Und der spielt jetzt also mit. Michael S. am Kaufhaus-[Der beste Keyboarder der Welt]-Keyboard zu ersetzen schien zu Beginn natürlich mehr als gewagt, hatten doch landauf, landab Heerscharen junger Mädchen allein der ekstatischen Darbietungen des smarten Bassisten wegen, sich mit eiserner Entschlossenheit an ihre Yamahas gekettet, um auch nach Jahren größter Anstrengung an der wilden schwarz-weiß Tastenkombination in „Ich hol dich hier raus“ zu verzweifeln.  Die Fanszene war folglich irritiert, orakelte wild den Weltuntergang herbei und schrie auf. In einschlägigen Verschwörungsforen etwa, wo die allergrößten Pessimisten bereits eine Unterwanderung durch echte Musiker in unser allerliebstes Poptrio fürchteten oder sich zu Recht fragten, wann der Jüngste Tag erreicht ist, an dem die Boys im gleichen Dress eine von D! kreierte Choreo in die Bühnenkonstruktion stampfen – die nahezu identische Frisur der Vier, eindeutiges Indiz der Zweifler, vermochte nichts Gutes zu heissen. Man könnte sagen, aller Anfang war schwer, auch wenn ihm dank Hesse ein – nennen wir es mal - Zauber inne wohnt.

 

Augsburg – 28. Dezember 2011 –Ein Schrecken geht durchs weite Rund, Menschen ringen nach Luft, blicken sich entgeistert an, aufkeimende Verzweiflungsschreie werden von heiserem Geheul erstickt, einige Besucher verlassen unter lautstarkem Protest den Raum, verlangen ihr Eintrittsgeld zurück und erfragen wutentbrannt die Rückgabefrist gekaufter Merchartikel der letzten elf Jahre. Was war geschehen?  In der Kantine gibt Frontmann Oliver G. den Abschied von Fingergriff-Fantast, Klaviatur-Koriphäe, Melodika-Meister oder einfach F-Dur-Diva Albrecht S. bekannt. Gerade als A.Schrader zu seinem bei allen liebgewonnen Solo schreitet, bereit „Spätsommersonne“ mit Hilfe eines Badewannenschlauches das ganz besondere Flair einzuhauchen, gerade als glückliche Paare, Paare die sich schon länger kennen und solche die es noch werden wollen sich in die Arme fallen, pubertierende BFFs sich ewige Treue schwören wollen, sprich, just in dem Moment als ein ausverkaufter Saal erfüllt von Liebe auf Albrecht Schrader wartet, trifft diese Ansage das bis dahin glückselige Publikum mit voller Wucht in die musikalische Magengrube. Nur noch einmal wird er mit den Augsburgern auftreten. Am Folgetag in München wird der Vierte-Mann-Vorhang endgültig fallen. Ein letztes „sexy“ F-Dur – das war’s.

 

Dazwischen lagen 453 Tage. Was war es, dass all die Skeptiker, Zweifler, Verschwörer, Grantler, Traditionisten und ewig Gestrigen zu wahren Schrader-Tifosi hat werden lassen? Erneut rätseln Ultras und normalsterbliche Fans wild drauf los. Was hat er nur vor, dieser Schrader? Die Tasten seines Klaviers nach Farben sortieren, alle Zeit-Artikel in denen er vorkommt der Größe nach archivieren, bei Meat Loaf einsteigen, Trolley-Dreh-Weltmeisterschaften organisieren, sich ins Knie schießen – Talent genug hätte er. Doch widmen wir uns ernsthaft den letzten 14 Monaten.

Da war also eine Russlandreise geplant und die Mädchenmusiktour stand feierbereit vor der Bandtür. Es entstand die Idee einen vierten Mann an Bord zu holen um dadurch Live neue Möglichkeiten der Setgestaltung zu gewinnen. So traf es sich, dass der von Bandproduzent Johann Scheerer bereits für die Studioaufnahmen engagierte Albrecht Schrader zufällig im Weg rumstand (oder so ähnlich) und fortan als triounterstützendes Element die Tasten bediente. Und natürlich ging die Rechnung auf. Schrader begeistert das Publikum durch Frische – musikalisch wie menschlich. Bewaffnet mit zwei Keyboards, Melodika, einem Mac und jeder Menge norddeutschem Humor belebt er das alteingesessene Repertoire. Die hittigen, poppigen, schmissigen Glanzstücke des aktuellen Albums „Drei“ avancieren zu Publikumslieblingen und werden dankbar von der tanzbegeisterten Crowd aufgenommen. Etablierte Klassiker erfahren eine Renaissance – als langjähriger, mitalternder Fan wähnte man sich erneut im 7. Himbeerpophimmel und erhielt knackig-junge Frischluft, denn nach wie vor fanden sich die hippen Backfische der jeweilig urbanen Szene auf den Konzerten ein. Und wer sich bei Liveauftritten der Mädchenmusiktour noch nicht hatte anstecken lassen, den dürfte der – ja, wir nennen es an dieser Stelle mal selbstbewusst – LEGENDÄRE Tourblog aus der Feder des Tastenmeisters überzeugt haben. Das Schrader nicht nur am Instrument ausdrucksstarke Qualitäten besitzt, sondern ebenso die Tasten seines Laptop zu bedienen weiß, davon zeugen fast 3.000 Kommentare, darunter unzählige Lobpreisungen, die gern hier nachgelesen werden können: http://anajo.de/blog/

Und gehen wir nun von dem allerallerunwahrscheinlichsten Fall aus, dass selbst all diese Umstände kein Sympathiegefüge zwischen Fan und Viertem Mann haben wachsen lassen, dann dürfte doch zumindest die Herbsttour 2011, in der der Neuling als Supportact ein ums andere Mal die wartende Meute begeistern durfte, für eine zumindest wohlig warme Zuneigung gesorgt hat. Wir brauchen an dieser Stelle hoffentlich nicht extra erwähnen, dass die Solo-Dinger von Albrecht absolutes Potenzial haben. Eigentlich schon fast penetrant nervig. Dieser Aushilfs-Anajo kann alles: spielt zig Instrumente, kann singen, schreibt sau lustige Blogs und wunderschöne, lyrische Songtexte, wirkt auf der Bühne abgeklärter als Robbie Williams und hat ganz nebenbei Zeit scharfsinnige Zoten rauszuhauen, weist einen ansprechenden Musikgeschmack auf, studiert nebenher (aber garantiert mit Auszeichnung, das prüfen wir noch) Musikwissenschaften, bastelt Jingles für den Deutschlandfunk, trägt die total trendige Nerdbrille mit einem Höchstmaß an Esprit und man möchte brechen, aber es ist klar was jetzt kommt: er ist auch noch bescheiden und nett. Vermutlich ist es ein bisschen wie mit dem Film „Die fabelhafte Welt der Amelie“. Wenn man da 90 Minuten lang zuckerwattig-flauschige Harmonie und Liebe auf sich hat einrieseln lassen, möchte man danach ganz reflexartig erst mal was kaputt schlagen oder wenigstens jemand unbeteiligtes anpöbeln. Wenn man Herrn Schrader also öfter um sich hat, umschleicht einen sicherlich ab und an das Gefühl die BILD lesen zu müssen und dabei Tokio Hotel zu hören oder sehnt sich nach einem Gespräch mit Til Schweiger.

Wie dem auch sei, es müssen vierzehn verrückte Monate für ihn gewesen sein. Man kann es sich als Herr oder Frau Mustermann nur schwer vorstellen,  dieses ominöse Leben auf Tour zwischen Hostel und Luxushotel, die exotischen Orte die man bereisen darf (Moskau, Samara, Halle an der Saale), die unzähligen interessanten Gespräche („Komm Michael, schleck!“), das on-the-road-sein welches man im Tourbus und ab und an auch in vollen Zügen genießt – was soll da noch kommen? Mehr, mehr wird schwer…

 

Fassen wir also – ein paar funige Lustfacts / lustige Funfacts - zusammen:

  • Albrecht ist ein althochdeutscher Name der laut ausgiebiger Recherche edel, vornehm und glänzend bedeutet. Da fragt man sich doch instinktiv ob Mutter und Vater Schrader entweder in der Hellseherszene tätig sind oder der kleine Albrecht in die Namensbedeutung hineingewachsen ist.
  • Albrecht Schrader ist zu unserer allgemeinen Beruhigung und nach eigener Aussage, keine Musikhure. Xavier Naidoo, wenn du das liest, er wird dir absagen.
  • Von nichts kommt nichts, weiß der Volksmund – diesem Motto folgend, übt Albrecht momentan bis zu sechs Stunden täglich. Da will man doch Nachbar sein.
  • Ob die nonchalante Art des Hamburgers beim weiblichen Geschlecht gut ankommt und er dem Rockstarklischee huldigend seinem Status als Frauenschwarm in all seinen Facetten nachkommt ist nicht einwandfrei belegt. Hinter vorgehaltener Hand wird natürlich gemunkelt und Sätze wie „des is der Schlimmste von allen“ aus dem Umfeld lassen einen breiten Interpretationsspielraum. Das wollten wir dann aber doch nicht allzu genau „recherchieren“.
  • Albrechts kleiner Bruder ist größer als er. (Besonderen Dank an Markus, der diese Information frei zur Verfügung gestellt hat)
  • Bedenkt man das junge Alter Schraders (zumindest im Vergleich zum Rest der Combo) und die kurze Bandzugehörigkeit, erstaunt es einen doch, dass er (laut Oli im Theatron) die mit Abstand meisten Gästelistenplätze besetzt. Außerdem schleppt er gefühlt 10mal mehr Equipment ab… äh …an, als die anderen drei zusammen.
  • Wie so viele Männer mag auch Albrecht es nicht, wenn man öffentlich verkündet, er wecke Muttergefühle im weiblichen Geschlecht. Zumindest ein erster Beweis für menschliche Züge.
  • Schrader ist in Ornithologenkreisen auch für sein ausgeprägtes, gottgegebenes Talent als Vogelflüsterer bekannt.
  • Wer sich beim Hamburger Sonnenscheinchen beliebt machen möchte, der sponsort für die sicher bald anstehende Solotour eine Klavier-Klapp-Attrappe aus Pappmaschee die um ein handelsübliches Keyboard/E-Piano herumkonstruiert werden kann – ein real geäußerter Wunsch des Klavierclowns.
  • Bietet in Augsburg das einzig wahre, quasi die Mutter aller passendsten Statements zu seinem Abschied: „Zum Glück musste ich nicht Time To Say Goodbye“ singen.“

 

Und da nichts ewig währt, nähert sich auch diese kleine Lobhudelei ihrem unumstößlichen Ende. Was sagt man also zum Abschied, außer leise Servus. Versuchen wir’s mal so:

Wir wünschen der Schraderschen Wundertüte von ganzem Herzen viel Erfolg für seine Solokarriere. Indes sinniert ein Sonderkommando der AU‘s über die Gründung der ASU (Albrecht Schrader Ultras) nach und freut sich auf lauschige Ein-Mann-am-Klavier-Shows in verrauchten Jazzschuppen, auf denen charakterstarker Rotwein kredenzt wird.

Lieber Albrecht, es klingt zwar sehr wie eine Drohung, aber so schnell wirst du uns nicht mehr los. Danke für musikalische Highlights, drollige Gespräche sowie diverse geschnorrte Zigaretten. Und wenn es widererwartend mit der Musikerkarriere nichts wird, das Amt des Bundespräsidenten wird unter Umständen zeitnah neu zu besetzen sein – auch so eine Tätigkeit, die wir dir sofort zutrauen würden.

 

 

 

Anajo läuten mit einer Minitour den Herbst und somit die Konzertsaison ein.

Neben dem Abschlusskonzert des längsten Open Air Festivals der Welt (Guinness World Records) am 21. August im Münchner Theatron beehren die Herren auch Halle, dort zwar nicht das Stadion der Freundschaft, das steht ja bekanntlich wo anders, sondern den Klub Drushba. In Berlin geht es ins Frannz und in Stuttgart ins wohlbekannte Merlin.

In Schrobenhausen wird geschaut ob der Herr Cantona neben seinem Stomp auch zu Mädchenmusik tanzt und in Babensham am schönen Inn (liegt zwar nicht am Inn, sondern nur in der Nähe, klingt aber gut) wirds im Club Leonhard bajuwarisch gemütlich. Dies sagt man ja auch unseren südlichen Nachbarn in Österreich nach, wobei Wien eher für seine ruppigen Bedienungen bekannt ist. Wobei dies wiederrum nicht stört, es herrscht Selbstbedienung im Chelsea.

Hier kommen die exakten Daten:

21.08.11 München - Theatron

07.10.11 Halle - Klub Drushba

08.10.11 Berlin - Frannz

27.10.11 Stuttgart - Merlin

28.10.11 Schrobenhausen - Cantona Live Club

03.11.11 A-Wien - Chelsea

05.11.11 Babensham - Club Leonhard

 

 

Der Tank ist voll und die Straßen sind frei - Albrecht, Mortl, Björn und die furchtlosen DREI!

Anajo auf Deutschland und Österreich Tour. Diesmal seit Ihr alle "fast" live dabei. Ein nicht näher genannter "Verfasser" berichtet aus Tourbus, Backstageräumen und Buyouts von Details über die Band und Ihre Entourage die manche lieber verschweigen würden. Alles über Zeitnazis, Bettgeflüster und die Vorlieben eines uns wohl bekannten Bassisten findet ihr im sagenhafen Tourblog von Anajo.

Hier gehts zum Tourblog ....

 

Zum Tourstart geht Anajo mit Euch ins Bett

Am 2. März ist es endlich soweit, Anajo gehen mit Ihrem aktuellen Album Drei auf Tour.

Tourstart ist im Bett in Frankfurt/Main.

Hier sind die weiteren Termine:

02.03.11 Frankfurt - Das Bett
03.03.11 Essen - Grend
04.03.11 Hamburg - Knust
05.03.11 Bremen - Lagerhaus
06.03.11 Köln - Subway
09.03.11 Hannover - Faust
10.03.11 Göttingen - Nörgelbuff (NEU)
11.03.11 Magdeburg - Projekt 7
12.03.11 Berlin - Festsaal Kreuzberg
13.03.11 Leipzig - Ilse's Erika
16.03.11 Nürnberg - Club Stereo
17.03.11 Bamberg - Morph Club
18.03.11 Augsburg - Ostwerk
19.03.11 Traunstein - Metro
24.03.11 Ingolstadt - Paradox
25.03.11 Freiburg - Waldsee
26.03.11 München - Backstage Halle

Karten gibt es im Vorverkauf und hier

Weitere Konzerttermine

 

 

 

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