10.03.07 Murnau Westtorhalle
Murnau Westtorhalle von: Steffen.
Die „Um 15:00 gehts los!“ SMS von Michi kommt um 12 Uhr, also gleich nach dem Aufstehen. Wir waren natürlich nach dem gestrigen Konzert in Landsberg zurück nach Augsburg gefahren. Noch mal im eigenen Bett schlafen bevor der lange Tourblock anfängt-
Geduscht und befrühstückt stehe ich also kurz vor Drei in den Startlöchern gen Murnau.
Doch dann der Anruf... Michi berichtet von Ingolfs Mittelohrentzündung und daß der Gig in Murnau ausfallen müsse. Also wieder raus aus den Tretern und rauf auf die Couch mit der quälenden Frage im Kopf, was denn nun die verprellten Anajo- Konzertgäste mit dem Abend anfangen werden und was ich wohl heute tun sollte... was macht man eigentlich an einem Samstag Abend ohne Anajo Konzert?!
Wieder bettelt mein Handy lautstark um Aufmerksamkeit und wieder ist Michi dran: „Was hältst du von der Idee, daß der Marc bei dem Gig heute den Ingolf vertritt?! Also wir rufen ihn gleich an und sagen dann bescheid ob er kann! – Halt dich bereit - also bis gleich!“.
Gute Idee... Marc Boysen hat Ingolf ja schon einmal während einer Tour vertreten, er kennt also die meisten Songs. Vielleicht kann man ja noch einen neuen Song während dem Soundcheck proben. Auf jeden Fall besser als das Konzert ausfallen zu lassen.
Also wieder rein in die Schuhe und auf Michis „Go!“ warten, das auch umgehend bei mir eingeht. Endlich, so gegen Fünf, fährt der Kriegsbus mit Olli, Michi, Alaska, mir und der Backline an Bord in Richtung Murnau. Marc kommt direkt aus München – er muß noch arbeiten und kommt schnellstmöglich direkt zum Club.
Ohne Zwischenfälle kommen wir in Murnau an. Die obligatorischen Polizeikontrollen, Wanderbaustellen und leere Bus- Tanks- immer wenn man es eilig hat- bleiben zum Glück aus.
Wir fahren natürlich genau von der falschen Seite auf das ehemalige Kasernengelände, in dem sich die Westtorhalle befindet. Ziemlich genau 10 Meter Luftlinie von der Halle entfernt versperren uns mehrere Betonpfeiler die Durchfahrt. Doch das Problem wird schnell gelöst, ein freundlicher Veranstalter weist uns den richtigen Weg „Ja, da müsst ihr ganz außenrum fahren... hier ist überall Baustelle“.
Bus ausladen, Marc begrüßen, der es geschafft hat von der richtigen Seite auf das Gelände einzufahren, ein Kaffee, währenddessen noch schnell die Haustechniker einweisen und es kann mit dem Soundcheck losgehen. „Check, check, one, two...“ – nein, natürlich nur Spaß. Bei Anajo klingt das eher „Hotelboy, Hhhotellllboy, Hotelboy, du hast wieder mal ffffrei...“.
Marc spielt die Songs unglaublich tight und sauber, als hätte er in den letzten Wochen nichts anderes gemacht als Anajo Songs zu proben. Auch ein paar neue Songs werden noch kurz angespielt, und Marc spielt die noch nie geprobten Nummern gleich perfekt- wie vom Blatt. Ich muß sagen, ich war schwer beeindruckt.
Doch alle Songs konnten nicht mehr geprobt werden, da sich schon die ersten Gäste vor der Türe versammelt hatten und es war ja noch die Vorband, heute unsere Augsburger Kollegen Starter, zu checken. Kurze Umbaupause, wieder ein Kaffee nebenbei und Starter können die ersten Töne schmettern. Dank disziplinierter Band, guter Technik und motivierter Mitarbeiter (hier noch mal vielen Dank an das Westtor-Team – sehr fein!) kann der Check schnell abgeschlossen werden und die ersten inzwischen gut gekühlten Konzertgäste können die Halle stürmen.
So, noch schnell was essen, kleines Bierchen und dann kanns ja losgehen. Kurz nach dem letzten Bissen stehen auch schon Starter auf der Bühne und überzeugen mich mit einer knackigen Performance und neuen, sehr geschmackssicheren Songs, die mich in manchen Passagen an die guten, alten Sterne Alben erinnern. Diese Band sollte man auf jeden Fall im Auge behalten... im Ohr setzen sie sich jedenfalls sehr gut fest.
Dann die Umbaupause. Das Publikum erwartete gespannt den Start der Show. Noch schnell Kanal 22 auf 15 umstecken, die 23 auf die 12, den Bass auf der Bühne umstöpseln, Alaska stimmt noch die Gitarren, checken ob die Schlagzeug Mikrofone noch richtig stehen und dann kanns losgehen...
Alaska steckt mir noch schnell eine Setliste zu, kurzes Hallo zu Mortl, Stefan und den Kanmantu Jungs, die ich auf dem Weg zur Bühne im Publikum entdecke und zurück zum Mischpult, das mir beinahe noch von einem stolpernden Konzertgast vom Tisch gerissen wird. Natürlich hatte ich mal wieder vergessen die CD mit dem Intro einzulegen und so weigert sich der CD Player erst Töne von sich zu geben. Alaska wedelt schon wild mit den Armen, es soll losgehen, und dann erschallt endlich das obligatorische A- Team (Anajo-Team) Intro und „Hallo, hallo, hallo, hallo, Wer, wer, wer, Kennt, kennt, kennt....“ und die Show kann beginnen.
Ich bin erschrocken, wie viel Lautstärke die sehr zahlreich erschienenen Konzertbesucher schlucken, was sich durch einen viel zu leisen ersten Song äußert. Guter Fleischfilter, sagt der Fachmann dazu. Also Gas geben. Mit der Anlage am Limit aber einem meiner Meinung nach sehr anständigen Sound fliegen die Jungs durch die Show. Olli und Michi locker wie gewöhnlich und Marc voll in seinem Element. Er singt jeden Song mit und sein Enthusiasmus ist bis hinter zum Mischpult zu spüren. Die Menge geht steil, als Monika Tanzband erschallt, und mal wieder viel zu schnell ist das Konzert nach zwei, vom Publikum mit Nachdruck geforderten Zugabenblöcken zu ende. Sehr zufriedene Anajos begrüßen mich im Backstageraum mit lecker Bier und Schnittchen. Ein großartiger Abend, trotz aller Startschwierigkeiten. Und ich bin ziemlich sicher, daß der Abend nicht nur für uns ein voller Erfolg war....
