11.07.08 Auernheim Hirsch
Hirsch Open Air
11.07.08 – Auernheim
Nach einer ziemlich langen Live Pause ging es für Herrn Radiofreunde an diesem Freitag-Nachmittag nach Auernheim bei Nattheim.
Nachdem ich den kostenlosen Saunaservice der Deutschen Bahn im ICE von München nach Augsburg geniessen durfte und ich mir mittels eisiger Imperialistenbrause-Kühlung und Zeitvertreib verschaffte, erschien auch schließlich Oli am vereinbarten Treffpunkt um von Michi, Ingolf und dem frisch gebackenen Ultra Steffen, der an diesem Tag mal wieder für den guten Ton verantwortlich war aufgelesen zu werden.
Kurz nach 18 Uhr verließ der Kriegsbus im Auftrag des guten Geschmacks Augsburg und nahm Kurs auf die schwäbische Alb. Aufgrund des sonnigen Wetters war die Laune ebenso, leider nur bis kurz vor Ulm, als uns ein Stau in die Untiefen der Provinz inklusive schweren Wolkenbrüchen und Gewittern vorstoßen lies. Nach einem kurzen Tankstop und dem damit obligatorisch verbundenen Eis (Cornetto Erdbeer) für Ingolf, ging es über Straßen, die mich sehr an die hohe Tatra erinnerten, nach Auernheim. Bei der Ankunft im Dorf wurden wir erstmal vom örtlichen Feuerwehrkommando begrüßt und staunten kurz über die am Dorfplatz aufgebaute Bühne die von ca. 20 Mittfünfzigern, die unsere Ankunft freudig lächelnd registrierten, belagert war. Der Schreck saß uns in den Gliedern, als wir dann doch noch das Schild zum „Hirsch Open Air“ entdeckten. So schaut Erleichterung aus, mein „Lieber Herr Gesangsverein“! Der Bühnenaufbau incl. der Damen und Herren im gesetzten Alter war für das Gemeindejubiläum am nächsten Tag gedacht.
Die Band verschaffte sich erstmal einen kleinen Überblick über die Lage, während Herr Radiofreunde im Schweiße seines Angesichts den Merch-Stand aufbaute. Der dankenswerterweise von den Mitgliedern des Team Hirsch während des Auftrittes beaufsichtigt wurde.
Bis auf Schwierigkeiten mit Michis Mikrofon und der Einsicht des Lichtmischers doch endlich, nach mehrfacher Aufforderung, den Audience-blinder und das Putzlicht auszuschalten, war es ein rundum gelungener Gig, auch wenn Michi mit einem plötzlichem Gedächtnisverlust während eines Solos zu kämpfen hatte und Oli eine seiner beliebten Text-Neuinterpretationen zum Besten gab. Es gab dann noch einen neuen alten Song in der Setlist, welcher nicht bei allen Festivalbesuchern gut ankam. Was bei dem Titel „Landei“ nicht verwunderlich ist. O-Ton aus dem Publikum: „Noch so ein Ding, Augenring“. Trotzdem durfte man doch mit dem Publikum sehr zufrieden sein, was Interaktion und Begeisterungsfähigkeit anbelangt. Neben einem bekennenden „FINK“-Fan waren dann doch auch ein paar Anajo Fans zu diesem Festival angereist, was sich sicherlich auch auf die vorhandene gute Stimmung ausgewirkt hat. An der Textsicherheit fehlte es dem Publikum nicht.
Nach dem Gig gab es dann noch eine kleine Autogramm-Session und ein Interview für die Lokalpresse bevor man sich über vorzügliche Wurstplatten und Obst in Flaschen hermachte. Die Heimfahrt wurde von DJ und Chef-Kriegsbusfahrer Ingolf musikalisch untermalt, während er durch gesperrte Bundesstraßenbaustellen rauscht; aber ein echter Kriegsbus muss so was aushalten! Zurück in Augsburg wurde Oli daheim abgesetzt während sich der Rest noch zu Steffen aufmachte um dort seine Mitbewohnerin zu wecken und seine Ultra-Mitgliedschaft entspannt zu feiern.
Herr Radiofreunde machte sich dann zu gegebener Stunde auf zum Bahnhof und konnte sich zuhause um 5 Minuten nach 7 unter eine bitter nötige Dusche stellen.
Fazit: Die Provinz überrascht! Ein wirklich gelungenes Festival, was leider etwas unter dem Regen zu leiden hatte, wurde von richtig netten Leuten organisiert. Da kann man mal wieder hinfahren -in 3 Jahren findet es wieder statt.
